Tagungsberichte

„Der Erste Weltkrieg mit seinen modernen Waffensystemen verursachte außer einer nie dagewesenen Anzahl toter und körperlich versehrter Soldaten ein psychiatrisches Krankheitsbild, das zeitgenössische Ärzte und Militärbefehlshaber vor ganz neue Herausforderungen stellte. Die epidemisch sich unter den Truppen ausbreitende Kriegsneurose mit einer Vielzahl körperlicher Symptome war in die Nosologie der bekannten Geisteskrankheiten kaum einzuordnen. Letztendlich waren es die Nerven, die den Soldaten versagten. Als Chiffre und Konstrukt verhandeln „Nerven“ systemimmanente Identitäten, Auffassungen und Relevanzen. Um ein möglichst breites thematisches Spektrum abzudecken, hatten die Organisatoren der Tagung einen soziokulturellen Kontext gewählt, der die theoretischen Grundlagen des zeitgenössischen Nervendiskurses und seine Folgen in der Praxis zwischen 1900 und 1933 nicht nur im Feld der Medizin ausleuchtete, sondern auch militärische und politische Entscheidungsträger, Filmemacher und Literaten einbezog. In sechs Panels zeichneten 20 Historiker aus Deutschland, Irland, Großbritannien und den USA ein facettenreiches und vielschichtiges Bild der Nervenproblematik vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik bis hin zum Nationalsozialismus.“ Mehr lesen Sie im Tagungsbericht: Nerven und Krieg. Psychische Mobilisierungs- und Leidenserfahrungen in Deutschland 1900-1933, 12.10.2017 – 13.10.2017 Berlin, in: H-Soz-Kult, 01.12.2017 von Uta Kanis-Seyfried, Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin, ZfP Südwürttemberg/Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Ulm, Standort Ravensburg. Hier können Sie den Text im pdf-Format öffnen.